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Lupins`s Welt

Aktualisiert: 15. Mai 2021

10 Monate später.

Ein Sommertag im Corona-März 2021 - Teil 1

 

Manchmal ist das so. Man nimmt sich viel vor, ein Berg voll Dinge, die erledigt werden müssen, tausend Gedanken, die es zu sortieren gilt und nach dem 3. Café Latte schafft man/frau es an den Rechner, um zumindest die E-Mails zu lesen. Lupin schläft laut schnaufend neben meinem Arbeitsplatz im Wohnzimmer, ein kleines Eckchen, das ich mir abgezweigt habe, bis mein 20 jähriger Sohn mit akuten Corona-Fluchtgedanken das Haus verlässt und ich endlich sein gemütliches Dachzimmer als Büro mein Eigen nennen darf. Die Treppen geht Lupin nicht rauf. Vor dem bin ich also sicher. Aber soweit ist das ja noch nicht. Eine Weile werde ich meinen Sohn noch durch seine Corona-Depression begleiten müssen ;-) .


Pflichtbewusst starte ich den Rechner und versuche meine Konzentration auf die zu verrichtenden Projekte zu lenken. Lupin wird wach. Kein gutes Zeichen. Mit der benötigten Arbeitsruhe wird es bald vorbei sein...


Ein Sonnenstrahl trifft auf den Monitor und lässt alles im hellen Licht verblassen. So richtig kann ich die angefangene Mail gar nicht mehr lesen, als Lupin sich auch schon streckt, gähnt und sich dann anschleicht, um seinen jetzt schon wuchtigen Wuschelkopf unter meinen Ellenbogen zu stupsen und sich zu freuen, als wäre ich weg gewesen und nicht er geschlafen hätte.

Noch ein kurzer Blick aus dem kleinen Fenster und es ist klar: Der Tag ist zu schön, um nicht draußen mit Lupin genutzt zu werden.


Manchmal ist das so. Eine kleine WhatsApp von einem lieben Freund, dem es vielleicht ähnlich geht. "Lass uns eine Runde drehen". Ja, das ist eine gute Idee. Irgendwohin wo es warm ist und die Sonne scheint. Im gleichen Moment habe ich daran gedacht, dass es für Lupin sicher eine gute Übung wäre eine längere Strecke gehorsam an meiner Seite zu laufen, zumal ich mich an vergangene Erlebnisse erinnere, bei denen Lupin nach gut gemeinter Ansprache freundlicher Passanten, in etwa "ist der aber schön", "wird der noch größer?", "können Sie den denn halten?" etc. vor lauter Freude total ausgeflippt ist, kein Sitz oder sonstiges mehr kannte und ich den Leuten irgendwie erklären musste, dass er noch ganz jung ist. Der will doch nur spielen. Das ich das mal sagen muss :-)


Da ich davon ausgehe, dass viele Menschen bei diesem wunderschönen Sommertag im März für eine Flucht in die Natur vor Corona-Isolation zu nutzen, überlege ich Lupin für diesen Spaziergang seinen "Halti" anzulegen. Wenn er noch unkontrolliert mit seinem Welpenblödsinn im Kopf plötzlich loszieht, halte ich keine 40 kg am Halsband. Ich kann ihn zwar hiermit gut über den Kopf "lenken", aber ich habe trotz des langen Eingewöhnens, doch immer den Eindruck, dass er das Ding hasst. Bei jedem längerem Stopp rutscht er mit der Schnauze durch den Dreck und ist für den Rest des Weges optisch versaut. Trotz Rottweilergröße "XL", zwicken kann da nichts. Das Brustgeschirr ist da praktischer, vorne eingehakt, bremst es den Hund über die Brust im Sprint aus und man kann ihn halten. Eigentlich bin ich kein Brustgeschirrfan, da die Anwendung oftmals missverstanden wird. Nur ein Hund, der richtig gelernt hat "bei Fuß" zu gehen, sollte am Brustgeschirr geführt werden, ansonsten zerrt er den Halter in von ihm gewollte Richtungen und fühlt sich in gefährlichen Situationen durch den Halter bestärkt, anstatt korrigiert. Lupin läuft mittlerweile gut bei Fuß, unterscheidet lockeres Laufen an meiner linken Seite vom Arbeitskommando Schulter in Kniehöhe. Ich entscheide mich für das Geschirr. Sieht auch richtig cool aus mit den Leuchtreflektoren ;-)


Schon das Treffen auf dem Parkplatz der alten Aprather Mühle in Düssel gleicht eher einem kleinen Volksfest. Der Parkplatz am See ist voll.


Nach monatelangen Sozialkontaktbeschränkungen, Lockdown von allem was Spaß macht, traue ich meinen Augen nicht. Ein Eiswagen und in ein paar Meter weiter ein Currywurstwagen (!) Die Sonne strahlt, der Himmel wolkenlos, die Leute kaufen Eis mit Abstand und Maske, stehen oder lehnen (da fehlende Sitzgelegenheiten) herum und genießen ein bisschen Freiheit. Da schmeckt sogar die etwas fragwürdige Definition einer Currywurst aus der uralten Holzbude wie ein bisschen Normalität.

Als dann noch ein Ehepaar der "jungen Alten" im offenen Cabriolet mit laut schallender Diskomusik vorfährt, hätte ich beinahe meinen lieben Freund zum Tanz aufgefordert ;-)

Lupin macht uns beiden einen Strich durch die aufkeimende Hochstimmung, entweder er darf jetzt jeden beschnüffeln, sich freuen, Kindern das Eis wegschlecken und Senioren in Angst und schrecken vom Rollator zu reißen - oder - wir gehen schnell und gehorsam durch die Menschenmenge, um die fremde Gegend zu erkunden an einen Ort, an dem ich richtig rennen und toben kann...







Fortsetzung folgt...






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